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Montag, 16. Februar 2015, 18:52

Hitziges Thema

...um mal ein wenig Klarheit ins Kapazitätengewirr zu bringen. Alle reden davon 105°C Elkos wären besser als die 85°C-Typen. Also warum nicht gleich 125°-Typen, die gibt ja schließlich auch. Die ganze Grad-Zockerei bringt gar nichts, solange man nicht weiß, wofür der Wert steht ! Ein 85°C-Type mit einem Rating von 6000 Stunden dürfte mit Sicherheit besser sein als ein 125°C Typ mit 2000 Stunden. Der Innenwiderstand eines 85°C Typen kann niedriger ausfallen, als der eines 125°C Typen und somit wird auch der Ripple-Current besser werden, was zu geringerer Erwärmung beiträgt. Für ein langes Leben eines Kondensators sollte die Betriebspannung unter ca.60% des aufgedruckten Wertes liegen. Der vom Schaltregler erzeugte Ripple-Current sollte ebenfalls nicht mehr als 60% des Maximalwertes des Kondensators erreichen. Wird ein Kondensator im Betrieb wärmer als T(Umgebung)+25°C verkürzt das seine Lebensdauer erheblich. Solche Hot-Spots lassen sich mit einem simplen Thermometer einfach in der Box feststellen. Erwärmt sich der Metalldeckel eines Elko merklich, sollte man Maßnahmen ergreifen. Falls man erwägt einen Kondensator zu tauschen sollte man in jedem Fall das zugehörige Datenblatt genau untersuchen und nicht einfach irgendein Teil mit gleicher Größe einbauen.
Also:
1. stimmt die Spannung oder liegen wir nur knapp darunter?
2. handelt es sich um einen LOW-ESR Typ ?
3. wird der getauschte Elko ebenfalls warm ?
4. sind die Anschlußdrähte so kurz als irgend möglich (Hier zählt jeder Millimeter!)
5. Achtung beim Einbau auf richtige Polung !
6. welche Standzeit hat der Elko bei welcher Temperatur, also z.B 5000 Stunden bei 85°C sind besser als 2000 Stunden?

Leider verbauen die Herstellen (alle) platzbedingt immer möglichst kleine Elkos mit großen Kapazitätswerten, die dann oftmals zwar 105°C aufgedruckt haben, aber eben nur 2000 Stunden herhalten. Es ist nicht immer alles Gold was mit 105° glänzt.

Sofern der getauschte Elko nun immer noch merklich zu warm wird, sollte man das ESR verkleinern, was üblicherweise durch eine Kapazitäterhöhung zu erreichen ist. In den Schaltreglern wird oftmals nur ein Minimalwert aus Kostengründen verbaut, der inTateinheit mit einer Minimal-Wandler-Spule dem Ganzen den Rest gibt. Ein 1000uF Elko kann somit ohne Probleme durch einen 2000uF ersetzt werden. Wer allerdings einen LOW-ESR mit 1000uF durch einen 2200uF Standard-Elko tauscht wird wenig Freude haben. Wer gänzlich Ruhe haben möchte, kann auf keramische Multilayer, sog. MLCs, umsteigen, die zwar mechanisch empfindlich sind, aber im Bereich Ripple-Current-Erwärmung überhaupt nicht zu Buche schlagen und sozusagen ewig leben. Natürlich sind hier Werte im Bereich 1000uF nur schwer oder nur durch Stapeln zu erreichen. Außerdem muss hier der Bastelfreak eine Adaption von SMD auf THT, also auf die bedrahtete Technik durchführen.

Murphy-09 ;)

Ich habe hier mal zwei Elkos aus dem Angebot von Bürklin. Der eine kostet um die 45Cent der andere ca.1Euro mehr. Der günstige 105er hat eine Standzeit von 2000 Stunden, der Teurere gibt mehr als 10000 Stunden an. Die Gesamtdatenblätter gibt's ebenfalls beim Bürklin.
Nur mal so zum Vergleich auch auf die Höhe des Ripple-Currents achten !
»Murphy-09« hat folgende Dateien angehängt:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Murphy-09« (18. Februar 2015, 12:21)


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Dienstag, 17. Februar 2015, 08:24

Besten Dank für die umfassende Erklärung.

Grüße
Hounce

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Dienstag, 17. Februar 2015, 10:44

Dito , immer wieder schön zu lesen vielen Dank Murphy-09

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Dienstag, 17. Februar 2015, 11:02

jo ... 1 A Beitrag, der sicher dazu beiträgt, einigen zu helfen

ich find`s eh super, dass sich Murphy da so engagiert

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